Marketingblog: Unterschied zwischen RGB und CMYK

Farbräume für dein Business: Wie du RGB, CMYK und HEX in Canva & Co. richtig einsetzt

Wie du RGB, CMYK und HEX-Codes richtig verwendest und warum dein leuchtendes Canva-Design im Druck oft die Farbe verliert

Du hast dich mit Canva (oder einem anderen Grafiktool) beschäftigt und Stunden in dein Design gesteckt. Alles sieht am Bildschirm leuchtend und brillant aus. Dann kommt das Paket von der Online-Druckerei - und die Enttäuschung ist groß. Die Farben wirken stumpf, das strahlende Blau ist eher ein dunkles Lila und das „Gold“ sieht aus wie ein schmutziges Braun. Willkommen im RGB/CMYK-Dilemma!

In meiner täglichen Arbeit mit EPU und Neugründer:innen erlebe ich diesen „Aha-Effekt“ sehr oft. Und diese Frage gehört zu den meistgestellten Fragen meiner Kund:innen:

Was heißt eigentlich CMYK und RGB? Und was ist der Unterschied zwischen den beiden Farbräumen? Und was sind HEX-Codes?

Warum ist ein Grundwissen der Farbdefinitionen und Farbräume für dich als Unternehmer:in wichtig?

Als Unternehmer:in wirst du verschiedene Druckaufträge abwickeln, z.B. Visitkarten, Briefpapier, Auslagenbeklebung, Roll-ups oder Poster für eine Außenwerbung. Damit die Druckergebnisse später deinen Vorstellungen entsprechen, ist es wichtig, die Farbräume zu kennen und zu verstehen.

Wer aus verschiedenen Gründen auf Grafikdesigner:innen und professionelle Erstellung von Druckunterlagen verzichtet, stößt schnell an seine Grenzen.

Du hast dein Logo selbst in einem Gratis-Programm wie Canva gebastelt? Oder du willst ein Foto, das du mit dem Smartphone geschossen hast, als Plakat drucken lassen? Beides ist möglich, aber die Farben des Druckergebnisses werden vielleicht nicht so aussehen, wie du es dir wünscht. Um Farbabweichungen zu vermeiden, müssen Daten vor dem Druck von RGB in CMYK umgewandelt bzw. idealerweise gleich in CMYK erstellt werden. Eine gute Druckerei wird dich darauf hinweisen, wenn sie unbrauchbare Unterlagen erhält.

Umgekehrt heißt das: wenn du eine/n Grafiker:in mit einem Projekt beauftragst, ist es ganz wichtig, gleich beim Briefing darauf hinzuwiesen, was mit der Grafik später passieren soll. So kann sie von Beginn an im richtigen Farbraum erstellt werden. Es macht einen großen Unterschied, ob du einen Web-Banner brauchst oder einen gedruckten Geschäftsbericht. Das erspart dir nicht nur Ärger und Enttäuschung, sondern auch zusätzliche Kosten.

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RGB Farbraum

RGB steht für Rot, Grün und Blau. Das ist der Farbraum für alles, was leuchtet: dein Smartphone, dein Laptop, dein Fernseher.

RGB-Farben sind die Primärfarben bei der additiven Farbmischung, die dich im Alltag begleiten. Es sind die „Grundfarben“, die du schon vom Wasserfarben-Malkasten in der Schule kennst. Alle anderen Farben werden aus deren Mischung gebildet und wir sprechen hier von mehr als 16 Millionen Farben!

CMYK Farbraum

CMYK steht für Cyan (blau), Magenta (rot), Yellow (gelb) und Black (schwarz) und verkörpert die Primärfarben bei der substraktiven Farbmischung. Sie sind entscheidend für den Druck, denn für jede dieser Farben wird eine Druckplatte erstellt. Du kennst das auch von den Farbpatronen deines Druckers – die entsprechen den CMYK Farben.

Papier leuchtet nicht. Es reflektiert nur das Licht im Raum. Deshalb können viele der leuchtenden RGB-Farben im Druck physikalisch nicht „nachgebaut“ werden und wirken dumpfer.

Bei schwierigen Farben, die aus den vier Farben nicht oder nur schwer erzeugt werden können, greift man auf Sonderfarben wie z.B. von Pantone zurück. Das sind eindeutig definierte Farbnummern. So kann man Fehler durch subjektive Wahrnehmung und unterschiedliche Darstellungen auf Bildschirmen vermeiden. Pantone-Farben werden gerne für die Farben der Corporate Identity (z.B. Logo) eines Unternehmens genützt, damit bei jedem Druck das gleiche Farbergebnis erzielt wird.

HEX Farbcode

Neben RGB und CMYK wirst du im Marketing-Alltag noch über eine dritte Bezeichnung stolpern: den Hexadezimal Code, kurz HEX genannt. Er gibt RGB Farben in einem Buchstaben-Zahlen-Code an, erkennbar an dem #Zeichen zu Beginn des Codes.

Dieser Hex Code ist der Standard im Webdesign. Wenn ich für Kunden eine Website entwerfe oder in Canva Designs erstelle, nutze ich HEX-Codes. Sie lassen sich leichter merken und kopieren als die 3 RGB-Zahlen.

Profi-Tipp am Rande: Wenn du eine Farbe auf einer Website siehst, die dir gefällt, kannst du mit Browser-Erweiterungen (ich verwende gern „ColorZilla“) den HEX-Code direkt „picken“ und in dein Canva-Projekt kopieren.

Die „Canva-Falle“: Gold, Silber und Neon

Grafik-Tools wie Canva machen es uns heute leicht, schöne Designs zu erstellen. Aber Vorsicht: Canva arbeitet im Browser standardmäßig in RGB.

Wenn du z.B. in Canva eine „Gold-Textur“ wählst, glänzt und funkelt die Farbe am Bildschirm. Aber Achtung: Eine Druckmaschine hat im Standard-Vierfarbdruck (CMYK) keine „Gold-Tinte“. Im Druck bekommst du eine Mischung aus Gelb- und Brauntönen, die das Gold simuliert, in echt aber eher senfgelb aussieht.

Wenn du echtes Gold (oder Silber, Neonfarben etc.) willst, brauchst du eine Schmuckfarbe (z.B. Pantone) oder eine Veredelung (Heißfolienprägung). Das kostet extra und muss bei der Druckerei explizit beauftragt werden.

Mein Tipp: Vertraue niemals deinem Bildschirm. Monitore sind meist viel zu hell eingestellt und zeigen Farben „schöner“ an, als die Realität auf Papier ist.

So exportierst du Daten für den Druck aus Canva:

Wenn du mit Canva Pro arbeitest, kannst du beim Export deiner PDF-Datei den Farbraum auf CMYK umstellen. Das Programm versucht dann, die Farben so umzurechnen, dass sie dem Druckergebnis bestmöglich entsprechen. Farbliche Abweichungen sind aber auch damit nicht auszuschließen!

Erfahrung ist "Gold" wert

Heute ist Grafikdesign für jeden zugänglich geworden – was großartig ist! Aber das technische Verständnis für den Farbraum-Wechsel bleibt auf der Strecke.

Alles, was ich zu diesem Thema je gelernt habe, verdanke ich dem ehemaligen Producer bei Publicis, wo ich meine Berufslaufbahn begonnen habe. Er hat mich vom Account Management in die Produktionsabteilung geholt. Es war das Jahr 1996 oder 1997. Es gab in der Agentur noch keinen Mac, kein E-Mail und kein Internet. Und es gab noch keine digitale Bildbearbeitung mit Photoshop, sondern stattdessen „Reinzeichnungen“ auf Karton mit Überleger. Ich habe Producing von der „Pieke“ auf gelernt, durfte den Kolleg:innen der Grafikabteilung über die Schulter schauen und habe viele Stunden zu jeder Tages- und Nachtzeit in den Hallen von Druckereien beim „Andruck“, also der Druckabnahme verbracht.

Aber zurück von den schönen Erinnerungen in die Gegenwart.

Ein Extra-Tipp zum Schluss:

Speichere dein Firmenlogo immer mit den Farbräumen im Dateinamen ab (bzw. lass es dir von deiner/deinem Grafiker:in entsprechend erstellen). Wenn dich jemand nach deinem Logo fragt, das er auf seiner Website zu dir verlinkt, dann schickst du die RGB-Variante. Die Druckerei, die eine Fahne oder ein Mousepad für dich produziert oder eine Zeitung, die über dich berichtet, braucht hingegen ein CMYK-Logo.

Du hast den roten Faden verloren?

Melde dich bei mir! Ich erspare dir, dass du dich über falsche Druckergebnisse grün & blau ärgerst und beantworte dir gern alle Fragen zu dem Thema.